TSV 1990 Merseburg startet international

Merseburg –

Europacup – das klingt nach Flutlicht, vollen Rängen und packenden Duellen. All das könnte es in abgewandelter Form auch am Freitagabend ab 19 Uhr in der Brauhausturnhalle in Merseburg geben. Dort empfangen die Tischtennisspieler der TSV 1990 den TTC And Leie Lauwe aus Belgien. Vizevereinschef Klaus Ködel denkt bei vollen Rängen allerdings nicht wie die Kollegen beim Fußball in Zehntausenderdimensionen, sondern eher Zehnern. Wenn bei freiem Eintritt 30 Zuschauer kämen, wäre das schön, sagt er. Und noch einen gravierenden Unterschied gibt es zu anderen Sportarten.

Beim Intercup ist Punktesystem verändert

Während bei Fußball, Handball und Co. nur die besten Teams eines Landes internationale Pflichtspiele austragen, kommen im Tischtennis auch die Kleinen zum Zuge – wenn sie das wollen. Möglich macht dies der 1990 von Österreichern gegründete „TT-Intercup“. „Da kann jeder mitmachen. Man muss nur je eine Übernachtung und ein Abendessen für die Spieler der Gastmannschaft bezahlen“, erklärt Tino Hergeth.

Der 39-Jährige bildet gemeinsam mit Christian Fischer und Mandy Ködel das Trio des TSV für das Duell am Freitag. Im Intercup ist die Mannschaftsstärke gegenüber der Landesliga, in der die Merseburger sonst aufschlagen, halbiert. Auch das Punktesystem ist verändert. Es gewinnt, wer zuerst vier Punkte hat. Jeder spielt aber garantiert zwei Einzel und es gibt ein Doppel. Die Partien werden auch ausgetragen, wenn der Gesamtsieg schon feststeht, damit sich die Anreise für die Sportler auch lohnt.

Chance gegen Team aus Belgien nicht einschätzbar

Der Weg zum Spiel kann schon mal an die zehn Stunden dauern. Im ersten Spiel in dieser Saison traten die Merseburger in Danzig an – und verloren klar. Ködel und Hergeth waren da nicht dabei. Im Duell mit den Belgiern haben sie nun den Chance den zweiten Platz in der Vorrundengruppe zu erobern, mit dem sie im Hauptfeld bleiben würden. Doch selbst im Fall einer Niederlage hätten die Merseburger noch ein internationales Duell sicher. Denn es gibt auch eine Verliererrunde.

Wie die Chancen gegen den belgischen Drittligisten stehen, vermag Hergeht nicht einzuschätzen. „Ich gucke mir die Gegner vorher nicht an. Es muss eh jedes Spiel gespielt werden, auch wenn der Gegner übermächtig ist.“ Ihr Vater recherchiere immer die Gegner, berichtet Mandy Ködel, dreifache Landesmeisterin und aktuell Zweite der Landesrangliste der Frauen. „Er sagt uns dann ob wir Chancen haben oder nicht.“

„Das ist, als ob der FC Bayern gegen den 1. FC Merseburg spielt.“

Das Niveau im Intercup ist sehr unterschiedlich. Denn es treten nicht nur Amateurteams an, sondern auch Profis. Wenn die auf der anderen Seite der Platte stünden, habe man keine Chance, sagt Hergeht. Er erinnert sich an ein Duell gegen Ostrava in der Vorsaison. Das sei inklusive der obligatorischen Nationalhymnen nach 55 Minuten vorbeigewesen: „Das ist, als ob der FC Bayern gegen den 1. FC Merseburg spielt.“ So wird es am Freitag wohl nicht werden. Klaus Ködels Scouting hat ergeben, dass die Chancen besser stehen als im ersten Spiel gegen Danzig. (mz)

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