Doppel-Titel gehen nach China und Südkorea

Dimitrij Ovtcharov kämpft am Sonntag gegen Weltmeister Ma Long um den Einzug in das Endspiel

Doppel-Titel gehen nach China und Südkorea

Marco Steinbrenner 01.02.2020

Magdeburg. Am Schlusstag der German Open in Magdeburg steht mit Dimitrij Ovtcharov noch ein Nicht-Chinese am Tisch: Der 31-Jährige setzte sich im Viertelfinale gegen den Weltranglistenersten Fan Zhendong (China) mit 4:3 durch und trifft am Sonntag um 12.30 Uhr auf Weltmeister Ma Long. Das zweite Halbfinale bestreiten Xu Xin und Lin Gaoyuan. Bei den Damen stehen sich Chen Meng und Zhu Yuling sowie Ding Ning und Wang Manyu gegenüber. Die Titel in den Doppel-Wettbewerben gingen bei den Herren an Cho Daeseong/Jang Woojin (Südkorea), bei den Damen an Chen Meng/Wang Manyu und im Mixed an Liu Shiwen/Xu Xin (alle China). Die Gewinner-Duos erhielten ein Preisgeld in Höhe von jeweils 8.000 US-Dollar.

Einzel-Konkurrenzen: Dimitrij Ovtcharov und sieben Chinesen im Halbfinale

3.400 Zuschauer in der GETEC-Arena waren aus dem Häuschen, als Dimitrij Ovtcharov den an Position zwei gesetzten Titelverteidiger Fan Zhendong im Viertelfinale nach sieben hart umkämpften Sätzen aus dem Turnier warf. Zuvor hatte die Nummer eins der Welt gestern Rekordeuropameister Timo Boll mit 4:2 besiegt, Im fünften Durchgang musste Ovtcharov beim Stand von 7:10 drei Matchbälle abwehren, um am Ende den Entscheidungssatz mit 12:10 für sich zu verbuchen. Bundestrainer Jörg Roßkopf sah eine „richtig starke Partie. Dimitrij hat vom ersten bis zum letzten Punkt Weltklasse-Niveau gehabt.“

Zuversichtlich blicken der Weltranglistenelfte und sein Coach dem Halbfinale gegen Ma Long entgegen, der zum Hauptrundenstart Dang Qiu ausgeschaltet hatte. Roßkopf: „Wieso sollte Dima nicht auch das Halbfinale gewinnen, wenn er morgen auch wieder mit dem Selbstvertrauen und der Form von heute spielt?“ Der in Magdeburg an Position eins gesetzte Xu Xin wurde in seinem Viertelfinalmatch seiner Favoritenrolle gerecht und ließ seinem Landsmann Zhao Zihao keine Chance, der sich im Achtelfinale gegen Benedikt Duda in sieben Sätzen behauptet hatte. Deutlich mehr Gegenwehr erhielt Lin Gaoyuan (China) von Jun Mizutani. Die Aufholjagd des japanischen Olympiadritten von Rio nach einem 0:3-Satzrückstand wurde vor 3.800 Zuschauern wurde aber nicht belohnt. Am Ende behielt Lin im siebten Abschnitt mit 11:6 die Oberhand.

Der Einzel-Wettbewerb bei den Damen hat sich endgültig zu den inoffiziellen Meisterschaften von China entwickelt. Mima Ito (Japan) schied als letzte Nicht-Chinesin im Viertelfinale gegen Ex-Weltmeisterin Ding Ning aus, die nun am Sonntag im Halbfinale gegen Wang Manyu anzutreten hat. Wang setzte sich in einem Sieben-Satz-Krimi mit 4:3 gegen Titelverteidigerin Sun Yingshaa durch. Beim Stand von 9:9 im siebten Satz beendete Wang Manyu die beiden letzten Ballwechsel jeweils mit einem unerreichbaren Kantenball. In der zweiten Vorschlussrundenpartie trifft die Weltrangrlistenerste Chen Meng auf Zhu Yuling, die sich gegen die verletzte Liu Shiwen deutlich in vier Sätzen durchsetzte.

Doppel-Wettbewerbe: China verpasst nur knapp den totalen Triumph

Zwei Jahre nach seinem Triumph bei den German Open in Bremen an der Seite von Xu Xin stand Ma Long kurz vor einem weiteren Doppel-Titel in Deutschland. Zusammen mit seinem chinesischen Landsmann Lin Gaoyuan ließ der Einzel-Weltmeister im Endspiel gegen Cho Daeseon/Jang Woojin aus Südkorea allerdings im vierten Satz einen Matchball in der Verlängerung ungenutzt. Am Ende triumphierte die jungen Südkoreaner mit 11:6 im Entscheidungssatz. Nach dem Endspiel-Erfolg strahlten Cho und Yang um die Wette. „Wir sind froh, dass wir das Spiel gewonnen haben. Allerdings hätten wir das Match auch schon früher für uns entscheiden können. So mussten wir bis zum fünften Satz warten.“

Bei den Damen holten sich das an Position eins gesetzte Duo Chen Meng/Wang Manyu zum ersten Mal den Titel bei den German Open. Im Endspiel setzten sich die Chinesinnen gegen Miu Hirano und Kasumi Ishikawa (Japan) in vier Sätzen durch. Auf dem Weg zum Turniersieg hatten Chen/Wang in der Vorschlussrunde Nina Mittelham/Petrissa Solja mit 3:1 ausgeschaltet. „Das Spiel war nicht einfach für uns“, verriet die Weltranglistenerste Chen Meng. „Wir funktionieren als Doppel immer besser zusammen. Manyu hat heute sehr stark gespielt. Das war sehr wichtig, um das Turnier zu gewinnen.“

Im Mixed-Wettbewerb wurden Liu Shiwen/Xu Xin, die Topfavoriten bei den Olympischen Spielen in Tokio, ihrer Favoritenrolle gerecht. Nach einem hart erkämpften 3:2-Erfolg im Halbfinale gegen Petrissa Solja/Patrick Franziska gewannen die amtierenden Weltmeister aus China das Endspiel gegen Mima Ito/Jun Mizutani (Japan) mit 3:1. „Das beste Mixed der Welt hat gewonnen“, stellte Solja klar. Xu: „Der Titel hat für uns eine große Bedeutung. Wir haben im vergangenen Jahr viele Titel gewonnen. Mit dem Sieg hier ist uns ein guter Start in das neue Jahr gelungen.“

Die Bilder des 5. Tages

Fotos: Manfred Schillings

Die Spiele am Samstag und Sonntag in der Übersicht

Samstag

Damen-Einzel, Viertelfinale
Chen Meng CHN – Wang Yidi CHN 4:1 (-6,8,1,5,6)
Zhu Yuling CHN – Liu Shiwen CHN 4:0 (3,9,3,2)
Mima Ito JPN – Ding Ning CHN 1:4 (-7,11,-12,-8,-5)
Wang Manyu CHN – Sun Yingsha CHN 4:3 (6,-8,-9,8,10,-3,8)

Herren-Einzel, Viertelfinale
Xu Xin CHN – Zhao Zihao CHN 4:0 (8,3,10,8)
Jun Mizutani JPN – Lin Gaoyuan CHN 3:4 (-6,-7,-8,11,9,9-6)
Ma Long CHN – Cho Seungmin KOR 4:0 (6,7,8,4)
Dimitrij Ovtcharov GER – Fan Zhendong CHN 4:3 (-9,4,-8,-10,10,5,10)

Gemischtes Doppel, Finale
Xu Xin/Liu Shiwen CHN – Jun Mizutani/Mima Ito JPN 3:1 (10,11,-7,7)

Damen-Doppel, Finale
Miu Hirano/Kasumi Ishikawa JPN – Chen Meng/Wang Manyu CHN 1:3 (-7,8,-7,-8)

Herren-Doppel, Finale
Lin Gaoyuan/Ma Long CHN – Cho Daeseong/Jang Woojin KOR 2:3 (10,-13,12,-12,-6)

Sonntag

Damen-Einzel, Halbfinale
10:00 Uhr: Chen Meng CHN – Zhu Yuling CHN
10:50 Uhr: Ding Ning CHN – Wang Manyu CHN

Herren-Einzel, Halbfinale
11:40 Uhr: Xu Xin CHN – Lin Gaoyuan CHN
12:30 Uhr: Ma Long CHN – Dimitrij Ovtcharov GER

Damen-Einzel, Finale
15:00 Uhr

Herren-Einzel, Finale
16:00 Uhr

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